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Stopover! Wie du dir Guangzhou in nur 18 Stunden ansiehst.

Wir haben es ausprobiert! Bei unserem 18 stündigen Zwischenstop in Guangzhou konnten wir tolle Eindrücke sammeln. Wie wir uns darauf vorbereitet haben, was wir uns angeschaut haben und was du für deine Reise wissen musst, verraten wir dir hier.

Wir sind mit Southern China Air nach Melbourne und wieder zurück geflogen. Beide Male über Guangzhou. Zurück hätten wir, genauso wie beim Hinflug auch, einen direkten Anschlussflug nehmen können. Wir wollten aber die Gelegenheit nutzen, wenn wir schon mal in China sind, uns auch etwas vom Land anzuschauen. Außerdem ist es ein wirklich langer Flug von Wien nach Australien. Da ist ein Tag Pause zwischen den zwei Flügen sehr angenehm.

Die Vorbereitung

Den Aufenthalt in Guangzhou habe ich bis ins kleinste Detail geplant. Ich wusste genau wie viele U-Bahn Stationen es von einer zur nächsten Sehenswürdigkeit sind. Wie man von der U-Bahn zu den spannenden Orten kommt und auch wo man vegetarisch essen kann.
Den Kantonesen sagt man nach, dass sie alles essen was schwimmt, fliegt oder vier Beine hat außer U-Boote, Flugzeuge und Tische. Vorsicht ist also angebracht.
Die detaillierte Planung hat nichts damit zu tun, dass ich so unglaublich gerne voraus plane. Aber in Guangzhou ist die Wahrscheinlichkeit, auf jemanden zu treffen der Englisch spricht sehr gering und wir sprechen kein Wort Chinesisch.

Ich habe mir also zuerst alle Sehenswürdigkeiten, die für uns interessant sind, rausgesucht. Dann war Google Maps eine große Hilfe. Google zeigt nicht nur an, bei welcher Station man umsteigen muss, es werden auch die Anzahl der Stationen angegeben. Da ich davor nicht wusste, ob die U-Bahn Stationen nur in Schriftzeichen angegeben sind, eine sehr nützliche Information. (Sie sind auch in englischer Sprache  angeschrieben)

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Guangzhou

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Yuexiu Park: 23.140763, 113.260490
Sun Yat Sen Memorial Hall: 23.136227, 113.259342
Chen Clan Academy: 23.128422, 113.241224
Tempel der sechs Banyanbäume: 23.130898, 113.254843
Flughafen: 23.393150, 113.301455

Auch wegen des Visums habe ich mich erkundigt. Das ist überhaupt kein Problem. Es gibt ein 72 Stunden Visum und du kannst es direkt am Flughafen beantragen.

Der Start

Wir landen also am Flughafen in Guangzhou und haben das Glück, dass unsere Fluglinie allen Passagieren, die einen längeren Aufenthalt haben, ein Hotelzimmer zur Verfügung stellt. Also suchen wir erstmal den Schalter, der dafür zuständig ist. Nach einer Stunde herumirren, stehen wir dann tatsächlich davor. Wir bekommen nicht nur ein Hotelzimmer, wir haben auch die Wahl zwischen einer geführte Tour mit dem Bus durch die Stadt oder U-Bahn- und Museumstickets. Zur großen Verwunderung des Flughafenmitarbeiters entscheiden wir uns für die U-Bahn Tickets.

Zum Hotel werden wir mit einem Bus gebracht. Dort holen wir erstmal ein paar Stunden Schlaf nach.
Dann die spannende Frage: wie kommen wir vom Hotel zur U-Bahn? Ich habe unsere Reise nämlich vom Flughafen aus geplant, da ich dachte die Hotels wären direkt dort.
Die Mitarbeiter sprechen zum Glück Englisch und erklären uns, welchen Bus wir nehmen müssen.

Also machen wir uns auf zur Bushaltestelle. Dort ist alles nur auf Chinesisch angeschrieben. Wir sind uns nicht sicher, ob wir die richtige Richtung wählen. Auch der Kauf der Bustickets erweist sich als kompliziert. Ein Ticket kostet einen Yuan. Und du solltest den Fahrpreis genau abgezählt dabei haben. Das Geld wird einfach in eine Box geworfen und Wechselgeld gibt es keins. Wir haben Glück, dass ein Fahrgast wechseln kann.
Auch die richtige Station zum Aussteigen finden wir nur mit viel Glück. Nach dem Motto: wo die meisten aussteigen, wird es schon passen und wir steigen aus. Und tatsächlich ist dort die U-Bahn. Das Beste daran, die U-Bahn Stationen sind auf Englisch angeschrieben und werden auch auf Englisch durchgesagt. Jetzt kann die Sight Seeing Tour beginnen.

Die Tour

Als Erstes geht es in den Yuexiu Park. Dafür steigen wir bei der Station Yuexiu Park aus. Es ist ein teilweise ein künstlich angelegter Park mitten in der Stadt. Alleine dort könnte man einen ganzen Tag verbringen. Wir spazieren lange durch den Park und sehen bei weitem nicht alles.

Aber wir waren bei der Stadtmauer.

Bei den fünf Ziegen.

Haben einige künstlich angelegte Seen bewundert.

Und viele traditionelle Gebäude gesehen.

Danach geht es weiter zur Sun Yat Sen Memorial Hall. Sun Yat Sen gilt als Gründer des modernen Chinas. Zur Sun Yat Sen Memorial Hall steigt man am besten bei der Station Sun Yat-sen Memorial Hall aus.

Nachdem wir gut in der Zeit liegen, beschließen wir zum Tempel zu Fuß zu gehen. Es ist ja nur eine U-Bahn Station (Gongyuanqian). Und ich finde so richtig lernt man eine Stadt nur kennen, wenn man die klassischen Touristenpfade verlässt.

Auf unserem Weg kommen wir an einem Markt vorbei. Von dort nehmen wir ein „kleines“ Souvenir mit.

Das Problem an chinesischen Straßen ist, du kannst sie nicht einfach überall überqueren. Bei allen Hauptstraßen gibt es Unterführungen für Fußgänger. Die sind manchmal ziemlich weit auseinander. Dort wo wir eigentlich über die Straße müßten, ist kein Übergang, also gehen wir weiter bis zum nächsten. Danach folgen wir natürlich nicht einfach wieder der Straße zurück, sondern versuchen den Weg durch die Seitenstraßen zu finden. Nach über einer Stunde haben wir einiges von der Stadt gesehen, sind mehrmals im Kreis gelaufen, weil alles so ähnlich ausschaut und schließlich doch den Tempel der sechs Banyanbäume gefunden.

Danach fahren wir mit der U-Bahn noch zur Chen Clan Academy. Dafür steigen wir bei der Station Chen Clan Academy aus.

Für einen Tag haben wir genug gesehen. Wir fahren nochmal zurück ins Hotel, um unser Handgepäck zu holen. Die Zeit, die uns noch bleibt, bis uns der Bus zurück zum Flughafen bringt, verbringen wir damit, uns ein chinesisches Einkaufszentrum anzusehen. Fremde Supermärkte sind Daniels Hobby. 😉
Man bekommt fast alles in diesem Supermarkt und auch in allen Preisklassen. Hosen für drei Yuan hängen neben Hosen für 1000 Yuan.


Was uns schockiert sind die lebendigen Tiere, die man dort zum Essen kaufen kann. Auch, dass es in einem Aquarium Schildkröten zum Essen und ein Stück weiter dieselben Schildkröten als Haustiere gibt, ist irgendwie merkwürdig.

Die Eindrücke

Gleich als wir den Flughafen verlassen haben, ist uns der Smog aufgefallen. Es hat sich die ganze Zeit angefühlt, als ob man eine dreckige Brille aufhat.

China ist unglaublich sauber. An jeder Ecke steht jemand und kehrt die Straßen. Alles wird von Hand erledigt. Es gibt keine großen Kehrmaschinen. Auch am Flughafen wird mit einem ganz normalen Haushaltsstaubsauger gearbeitet.

Viele Orte an denen wir waren, sahen auf den ersten Blick sehr schön aus. Wenn wir dann genauer hingeschaut haben, entdeckten wir zum Beispiel beim Wasserfall das Plastikrohr oder mitten im Park die Insektenvernichter. Also besser nicht zu genau hinsehen.

Auch wenn es nicht auffällt, aber Guangzhou hat richtig viele Einwohner. Bis zu 34.000 Menschen leben dort pro qkm! Im Vergleich dazu leben in Wien nur 4.700 Menschen pro qkm.

Während unserem ganzen Aufenthalt sind wir nur einmal anderen europäischen Touristen begegnet und das obwohl wir eigentlich nur die Touristenattraktionen abgeklappert haben. Viele Chinesen machen in Guangzhou Urlaub aber Europäer besuchen lieber bekanntere Städte.

Elektromobilität ist dort schon viel weiter in den Alltag vorgedrungen als bei uns. Mopeds gibt es fast ausschließlich elektrisch und auch Elektroautos sieht man dort sehr häufig.

Das Fazit

Wenn es sich machen lässt, ist China natürlich eine mehrtägige Reise wert. Aber wir haben für unseren Tagesausflug in China nichts gezahlt, trotzdem das Gefühl mal in China gewesen zu sein und auch wirklich was von der Stadt gesehen zu haben. Mit ein bisschen Vorausplanung ist das alles kein Problem. Es ist auf alle Fälle besser, als zwei 10 Stunden Flüge direkt hintereinander zu nehmen und man kommt entspannter zuhause an.